Kognaten und wie sie uns das Lernen erleichtern

In meinem Fremdsprachenunterricht fällt mir immer wieder auf, dass meine Lerner sich stark zu Wörter hingezogen fühlen, die ähnlich klingen wie die deutsche Übersetzung. Nenne ich Ihnen zum Beispiel das englische Wort rude als Übersetzung für das deutsche Adjektiv unhöflich, erreicht mich auf der anderen Seite des Tisches ein leises Stöhnen à la „Wie soll ich mir das denn merken?“. Dann kläre ich sie sofort über die Wortverwandtschaft zu dem Wort rüde auf, mit dem ich nicht auf einen männlichen Hund verweise, sondern auf die negative Verhaltensweise. Es klickt in weniger als einer Sekunde und das Wort sitzt bequem im Langzeitgedächtnis.

Vor einiger Zeit hatte ich einen Traum. Darin schrieb ich ein englisches Lehrbuch, das auf einer Geschichte basierte. Diese Geschichte bestand nur aus Wörtern, die der deutschen Sprache in Lautung und Schreibweise sehr ähnlich waren. Ich begann also mich näher mit diesem Thema zu beschäftigen und fand heraus, dass solche Wörter mit dem Begriff Kognaten zusammengefasst werden. Kognaten sind Wörter unterschiedlicher Sprachen, die gleich aussehen, klingen und obendrein noch dieselbe Bedeutung haben.

Momentan bin ich fleißig dabei alle Kognaten, die ich in der englischen, französischen und spanischen Welt so finden kann, zu sammeln, notieren und kategorisieren. Mag sein, dass irgendwann daraus mal ein Lehrbuch entsteht, derzeit reicht es mir aber mit der Kognaten-Methode meinen Unterricht zu gestalten. Ich habe gemerkt, dass die absoluten Anfänger dankbar sind für so einen leichten Einstieg in die Fremdsprache. Durch die Ähnlichkeit zur Muttersprache tritt sehr schnell ein Lernerfolg ein und dadurch steigt die Motivation natürlich enorm.

Doch aufgepasst! Wie so oft gibt es auch hier einen Haken. Wir alle kennen sie ... die false friends. Nein, das Wort eventually heißt leider nicht eventuell und das englische brave hat auch nichts mit unserem brav zu tun. But don’t worry ... alles kein Problem: Es gibt tatsächlich viel mehr Kognaten als false friends und mit der richtigen Methode (und vielleicht auch Vokabelliste!) kann man solchen Fehler vorbeugen.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0